Gold für Mexiko?
Nach diversen anderen Medaillen und einen goldenen Leoparden gab’s nun endlich eine olympische Goldmedaille für Mexiko. Guillermo Pérez vollbrachte diese Leistung im Taekwondo der Männer bis 58 kg. Er besiegte im Finale den Dominikaner Gabriel Mercedes.
Geschafft!
Eine Goldmedaille.
Mexiko schnellt im Medaillenspiegel vom 69. auf den 48. Platz vor. Über den Athleten ergieβt sich nun ein Strom der Anerkennung. Der Präsident gratuliert. Die Privatwirtschaft belohnt ihn mit 5 Mio. Pesos. Die nationale Sportkomission legt nochmal 400.000 drauf. Telmex spendiert einen Monatsscheck von 50,000
Pesos für die nächsten 4 Jahre. Der Bürgermeister seiner Heimatstadt Uruapan schenkt ihm ein Haus, der Landrat legt noch eins nach. Der Farbenhersteller Comex hat ebenfalls den Goldmedaillengewinnern eigene vier Wände versprochen. Die Zeitung El Universal hat die Rechnung aufgestellt und kommt auf die Summe von 7,8 Mio. Pesos und zwei Häuser. Ohne das des Farbenproduzenten.
Bravo. Der junge Mann hat es sich offensichtlich verdient!
Liest man in der Zeitung La Jornada doch, daβ der gute Memo vor seinem Finalgegner im Vorfeld der olympischen Spiele zuerst einmal das System besiegen muβte. Vergessen ist, daβ weder das nationale olympische Komitee, noch die mexikanische Taekwondo-Föderation oder der mächtige TV-Riese Televisa den 28-jährigen Memo nach Peking schicken wollten . Und das obwohl er die Qualifikation in Kolumbien gewonnen hatte. An seiner Stelle sollte der Silbermedaillengewinner von Athen 2004, Óscar Salazar, Mexiko vertreten.
Memo fuhr dennoch. Und gewann sein Finale. Und sein Gold.